Bürger aus ganz Europa einigen sich auf drei Zukunftsthemen

Bürger diskutieren die Zukunft Europas
Am 7. und 8. Oktober trafen sich 200 Bürger aus allen EU-Mitgliedstaaten in Brüssel auf dem Agenda Setting Event. Ihr Treffen war der Start für einen Beteiligungsprozess, der in dieser Form neu ist. Hier wurde die Grundlage für den ganzen Prozess festgelegt - die Bürger verabschiedeten mit klarem Votum eine europäische Bürgeragenda mit drei Top-Themen:
- Umwelt und Energie,
- Sozialstaat und Familie,
- Globale Rolle, Außengrenzen, Immigration
(Dokumente und Fotos)
"Die Bürger haben auf beeindruckende Art und Weise die Richtung aufgezeigt für diesen Bürgerbeteiligungsprozess", sagte Direktor Luc Tayart de Borms der König-Baudouin-Stiftung, die diesen Dialogprozess ins Leben gerufen hat. Die Agenda ist die Grundlage für die kommenden 25 Nationalen Bürgerkonferenzen, die zeitgleich, parallel und miteinander verlinkt (gruppenweise) zwischen Januar und März 2007 in ganz Europa stattfinden.
"Vor dem Hintergrund, dass die Bürger sich hier zum ersten Mal begegnen und trotz der ganzen kulturellen und sprachlichen Differenz innerhalb von 48 Stunden auf eine gemeinsame Agenda einigen können, ist eine beeindruckende Lektion für unsere Politiker, die die EU schneller und besser machen sollen", sagte ein Teilnehmer dieser Konferenz.
Wie kam dieser Konsens so schnell zustande? Die 200 Bürger, nach Zufallskriterien ausgewählt, diskutierten zunächst über 24 Themen – im Wechsel an 26 bilingualen Tischen sowie am Europäischen Tisch, an dem Vertreter der Tische die Ergebnisse und Standpunkte der Tische einbrachten und gemeinsam verdichteten. 64 Übersetzer sorgten dafür, dass jeder den Diskussionen in 19 Sprachen folgten konnte. Mit TED-Geräten stimmten die Bürger zum Schluss über ihre 3 Top-Themen ab. Durchgeführt hat diese Konferenz IFOK.
In einer persönlichen und leidenschaftlichen Rede betonte Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, die große Bedeutung von Bürgerbeteiligung. Sie versprach, die Ergebnisse dieses Projektes im Rahmen der neuen Kommunikationsstrategie der Kommission,"Plan D" und in ihrem Bericht an den Europarat 2007 zu berücksichtigen.
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