Ein neues Kapitel für europäische Bürgerbeteiligung

am 23. Januar präsentierten stolz 126 zufällig ausgewählte Bürger aus neun europäischen Staaten ihre detaillierten Empfehlungen zur Zukunft der
Hirnforschung im Europäischen Parlament. Sie waren Teil eines weltweit einmaligen Beteiligungsverfahrens, der "European Citizens Deliberation on
Brain Science", das erstmals Bürger über Sprachgrenzen hinweg miteinander in einen europäischen Dialog brachte - mit Erfolg. "Wenn Bürger zu einem Thema wie der Hirnforschung auf hohem Niveau einen europäischen Dialog führen können, dann können sie das erst recht in anderen Politikfeldern", sagt Andrea Fischer, die mit einem IFOK-Team für die den europäische Moderation des Prozesses verantwortlich war.
Seit Frühjahr 2005 haben die Bürger miteinander an drei Wochenenden in nationalen Panels und auf zwei europäischen Konferenzen diskutiert, Probleme erörtert, Experten gehört und letztlich 36 Empfehlungen für die europäische Politik formuliert. So fordern Bürger beispielsweise ein Verbot von Hirn-Scans für Polizei und Gerichte. Sie machen Vorschläge, wie die Grunglagenforschung und die Forschung für seltene Krankheiten besser gefördert werden können. Und sie sind besorgt über die Grenzen von Normalität und Diversität in unseren Gesellschaften.
Zwei Erfolgsfaktoren haben aus der Sicht des IFOK-Team entscheidend zum Erfolg beigetragen: Laiendiskurse funktionieren anders als Expertendialoge -es kommt darauf an, das Thema mit der Lebenswirklichkeit zu verbinden. Und: Die Sprachbarrieren können durch professionelle Moderation und den Einsatz von viel Technik soweit reduziert werden, dass sich Bürger nicht nur verständigen, sondern sogar zu heiklen Problemen miteinander zum Konsens finden können. In einem Artikel vom 26.1. stimmt DIE ZEIT zu: "Damit erreicht das Instrument der Bürgerkonferenz eine neue Ebene."
Den Artikel aus der ZEIT finden Sie hier.
Mitglied der Geschäftsleitung
E-Mail: michael.wormer(at)ifok.de
Telefon: +49.6251.8416-51
