Experten für Beteiligung bündeln ihr Wissen
Experten für Beteiligung haben gestern in Berlin das Europäische Dialogkonsortium gegründet. Dieses grenzüberschreitende Netzwerk verbindet in ganz Europa Experten zu den Themen Dialog, Deliberation und Beteiligung.

Experten für Beteiligung haben gestern in Berlin das Europäische Dialogkonsortium gegründet. Dieses grenzüberschreitende Netzwerk verbindet in ganz Europa Experten zu den Themen Dialog, Deliberation und Beteiligung.
„Überall in Europa schwindet das Vertrauen der Menschen in die Entscheidungen von Führungskräfte der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“, so Hans-Peter Meister, Geschäftsführer von IFOK. Bürgerbeteiligung sei der richtige Weg, um dieses Vertrauen zurück zu gewinnen: „Wer in Europa dauerhaft etwas bewegen will, muss die Menschen in Entscheidungen einbeziehen.“ Ein guter Beteiligungsprozess brauche vor allem zwei Dinge: Fundiertes Wissen über Beteiligungsverfahren und Erfahrungen aus der Praxis. Das neue Netzwerk bündele deshalb das Wissen von Experten und Praktikern: „In unserem Netzwerk arbeiten Experten länderübergreifend zusammen und tauschen sich über Erfahrungen, Trends und Möglichkeiten aus. Deshalb ist das Dialogkonsortium ist ein echter Gewinn für Beteiligung in Europa“, so Meister weiter.
Zum Gründungstreffen war auch Sandy Heierbacher aus den USA nach Berlin gekommen. Sie ist Mitgründerin der ´National Coalition for Dialogue & Deliberation´, ein Netzwerk aus über 800 Organisationen, die im Bereich Dialog und Beteiligung aktiv sind. „Ein Netzwerk wie das nun gegründete Europäische Dialogkonsortium war längst überfällig. In Europa sind die Erfolgsaussichten wirklich gut, zumal viele Regierungen hier Beteiligungsverfahren aktiv unterstützen“, erklärte sie. Benoit Thieulin, Leiter der Internetkampagne von Ségolène Royal im französischen Präsidentschaftswahlkampf, zeigte sich in Berlin ebenfalls davon überzeugt, dass ein solches Netzwerk erfolgversprechend ist: „Unsere Erfahrungen in Frankreich zeigen: Einer der Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Beteiligung ist Netzwerkbildung. Hierfür wird das Internet immer wichtiger, da es in Zukunft vollkommen neue Beteiligungsformen ermöglichen wird.“
Vor der Netzwerkgründung tauschten sich die Mitglieder und andere Gäste auf der Brown-Bag-Veranstaltung „Beteiligung in Europa“ bei IFOK in Berlin mit prominenten Referenten über den aktuellen Stand und die möglichen Perspektiven von Beteiligung in Europa aus. Dr. Erik Amnå (Schweden), Beteiligungsexperte von der Universität Örebro, informierte über die Möglichkeiten, mit denen die politische Vertrauenskrise in Europa überwunden werden kann. Richard Wilson (Großbritannien), Gründer des britischen Think-Thanks „Involve“, erläuterte, wie europäische Regierungen moderne Bürgerbeteiligung einsetzen. Benoît erzählte, wie man mit neuen Technologien Zielgruppen besser und schneller ansprechen kann. Sandy Heierbacher (USA) berichtete von ihren Erfahrungen mit Beteiligungsverfahren in den USA.
Geschäftsführender Gesellschafter
E-Mail: jochen.tscheulin(at)ifok.de
Telefon: +49.6251.8416-60
XING: Jochen Tscheulin
