29. Januar 2009, 15:54 Uhr

„Gesetzesänderungen allein stellen kein Vertrauen wieder her“

Beim IFOK-Salon am Dienstag, 27. Januar, skizzierte die renommierte amerikanische Politikwissenschaftlerin Dr. Elaine C. Kamarck, wie die neue US-Regierung es schaffen kann, den Vertrauensverlust in die Politik zu stoppen – und zeigte, was Wirtschaft und Finanzbranche von Politikern wie Barack Obama lernen können.

Yes we can! Mit dem Versprechen, den Wandel herbeizuführen, hat Barack Obama sein Amt als US-Präsident angetreten. Einlösen wird er diese Zusage nur können, wenn es ihm gelingt, das verlorengegangene Vertrauen in die Regierung wieder herzustellen. Beim IFOK Salon in Frankfurt am Dienstag, 27. Januar, hat die renommierte amerikanische Politikwissenschaftlerin Dr. Elaine C. Kamarck skizziert, wie die neue Regierung unter Obama es schaffen kann, den Vertrauensverlust zu stoppen – und zeigte was Wirtschaft und Finanzbranche von Politikern wie ihm lernen können. Mit der Veranstaltungsreihe „IFOK Salon“ bietet IFOK Entscheidern aus den Personalbereichen von Unternehmen in regelmäßigen Abständen spannende Vorträge und Raum für konstruktive Diskussionen.


In ihrem exklusiven Gastvortrag für IFOK gewährte die Harvard Professorin und langjährige Beraterin der US-Demokraten ihrem Publikum einen Blick hinter die Kulissen des Machtapparates in Washington. Anhand von Meinungsumfragen aus den letzten 50 Jahren zeichnete sie nach, wie stark in der Bevölkerung das Vertrauen in die Politik schwankt. Kamarcks These: „Gesetzesänderungen allein können verlorengegangenes Vertrauen nicht wieder herstellen.“ Hier sei nicht nur die Politik, sondern auch der Privatsektor gefordert, so die Rednerin mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftskrise. „Alle schauen ganz panisch“, diesen Eindruck habe sie von den Verantwortlichen in der Finanzbranche und fordert einen neuen Führungsstil für die Wirtschaft. Speziell in Sachen Transparenz und im Umgang mit den neuen Medien könnten Industrie und Finanzinstitute einiges von Obama lernen.


„Wir brauchen mehr Transparenz und mehr Besonnenheit“  ist sich auch IFOK-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Meister mit Blick auf die Situation hierzulande sicher. Der Weg dorthin führt seiner Meinung nach über eine stärkere Einbindung der Bürger. „Die Antwort für Wirtschaft und Politik lautet: Beteiligung“. Denn nur durch Partizipation lasse sich Wandel erfolgreich gestalten. „Menschen sind vor allem dann zur aktiven Mitarbeit bereit, wenn sie selbst das Ziel und den Weg dorthin mitgestalten können. Und das schafft nicht nur Akzeptanz – es stellt auch das Vertrauen wieder her.“


Elaine Kamarck war als Mitbegründerin der Initiative "New Democrat" eine der Wegbereiterinnen für den Wahlerfolg von Bill Clinton, für den sie von 1993 bis 1997 im Weißen Haus tätig war. Seit 1997 lehrt die Politikwissenschaftlerin an der John F. Kennedy School of Government der Harvard Universität und gehört als Superdelegierte zum Führungskreis der Demokratischen Partei.



Ansprechpartner IFOK:
Dr. Ute Gallmeier
E-mail: ute.gallmeier(at)ifok.de
Phone: +49.30.536077-35