23. Mai 2007

Hauptschultalente für die Metropolregion

Nur 10 Prozent der Hauptschüler schaffen den direkten Übergang in die duale Ausbildung. 8 Prozent verlassen die Schule in der Metropolregion Rhein-Neckar ohne Hauptschulabschluss.

Nur 10 Prozent der Hauptschüler schaffen den direkten Übergang in die duale Ausbildung. 8 Prozent verlassen die Schule in der Metropolregion Rhein-Neckar ohne Hauptschulabschluss. Bislang gibt es kein frühzeitig ansetzendes, ganzheitliches Management, das zum systematischen Gelingen des Übergangs von Schule in Ausbildung und Beruf beiträgt. Stattdessen existieren zahlreiche Einzelprojekte zur Förderung und Integration Jugendlicher, die zum Teil zu wenig bekannt, vielfach unverbunden sind oder teilweise in Konkurrenz nebeneinander stehen.

Die relevanten Akteure der Metropolregion Rhein-Neckar - Schulen, Eltern, Unternehmen, Arbeitsagenturen, Bildungsträger, Ehrenamtliche und Schulträger -  haben sich vor diesem Hintergrund auf ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen geeinigt, das für Hauptschüler die Ausbildungs- und Berufsreife sowie die nachhaltige Integration in den Beruf durch frühzeitige, kontinuierliche und konsequent gesteuerte Zusammenarbeit aller relevanten Partner sicherstellen soll. 


IFOK hat diesen Modellansatz "Kooperatives Übergangsmanagement Schule – Beruf (KÜM)" in enger Abstimmung mit zahlreichen Akteuren der Metropolregion Rhein-Neckar ausgearbeitet und hohe Akzeptanz für dieses neue Projekt in der Region gewonnen. Mit dem kommenden Schuljahr wird KÜM an 15 Pilot-Hauptschulen der Region umgesetzt: Mit einer altersgerechten, zielgerichteten Berufsorientierung, konsequentem Coaching für Schüler ab der 7. Klasse und mit Hilfe Lokaler Schulpartnerschaften sollen die Ausbildungs- und Berufsreife der beteiligten SchülerInnen unterstützt und in den nächsten fünf Jahren folgende konkrete Ziele erreicht werden:


die Übergangsquote von Schule in Ausbildung und Beruf um 100 Prozent zu steigern


die Quote der Hauptschüler ohne Abschluss um 25 Prozent zu senken


die Zahl der Abbrecher von Schulprogrammen, Ausbildung und Beruf deutlich zu minimieren.


Nach der Pilotphase soll KÜM innerhalb der nächsten 5 Jahre flächendeckend in der gesamten Metropolregion durchgeführt werden.


Das Fachforum Jugendliche im Rahmen der 4. Arbeitsmarktkonferenz am 27.4.2007 widmete sich in diesem Jahr ausschließlich dem Modellansatz "Hauptschultalente für die Metropolregion – Kooperatives Übergangsmanagement Schule – Beruf" (KÜM).


Das von IFOK konzipierte Fachforum wurde durch den Projektleiter Knuth Henneke (Metropolregion Rhein-Neckar GmbH) eröffnet. Nach einer Einführung in das Modell bearbeiteten die ca. 100 Teilnehmer in drei Unterforen konkrete Fragestellungen, deren Ergebnisse KÜM den letzten Feinschliff vor der Umsetzungsphase geben.


In der abschließenden Podiumsdiskussion mit

  • Helmut Rau, Kultusminister des Landes Baden-Württemberg
  • Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit
  • Heinz-Peter Paffenholz, Mitglied des Vorstands der ABB AG
  • Franz-Josef Jäger, Geschäftsführer der Jäger Direkt GmbH & Co. KG
  • Simone Gnädig, Schulleiterin Diesterweg-Hauptschule Worms
  • Dr. Rüdiger Beyer, Hauptgeschäftsführer der IHK für die Pfalz

zeigte sich deutlich, dass KÜM in der Metropolregion Rhein-Neckar anerkannt ist und von den relevanten Akteuren unterstützt wird. An den Projektstart und die Durchführung werden große Erwartungen geknüpft – jetzt geht es darum, das anspruchsvolle Projekt erfolgreich umzusetzen.



Ansprechpartner IFOK:
Dr. Tobias Trappe
E-Mail: tobias.trappe(at)ifok.de
Telefon: +49.211-385475-32