"Hier wird Demokratie gelebt."
Wie viel Gesundheit wollen wir? Wie sieht die medizinische Versorgung der Zukunft aus? Wie weit darf Medizin gehen? Diesen Fragen widmete sich der Bürgerdialog Zukunftstechnologien mit dem Schwerpunkt Hightech-Medizin, den IFOK für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) konzipierte und organisierte. Mit dem Bürgergipfel am 3. und 4. Dezember in Berlin endete die Dialogreihe: Die Handlungsempfehlungen der Bürger wurden Bundesministerin Annette Schavan und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Form eines Bürgerreports übergeben.
Neue Technologien in der Medizin bieten vielfältige Chancen – doch sie werfen auch viele Fragen auf: Wo besteht Forschungsbedarf? Wie werden sie angewendet? Wann bringen sie Vorteile? Wer kann sie entwickeln? Und welche ethischen Standards müssen eingehalten werden? Um Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Erwartungen zu Chancen und Grenzen der modernen Medizintechnologie gegenüber Entscheidungsträgern in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft einzubringen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) IFOK damit beauftragt, eine Dialogreihe zum Thema „Hightech-Medizin“ zu veranstalten. Diese Dialogreihe ist eingebettet in das Projekt Bürgerdialoge Zukunftstechnologien: Im Auftrag des BMBF werden über vier Jahre lang verschiedene Technologiethemen mit Bürgern diskutiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Die erste Dialogreihe „Energietechnologien der Zukunft“ wurde im November abgeschlossen, am 3. und 4. Dezember beendete der Bürgergipfel in Berlin die Reihe „Hightech-Medizin“.
Die Ergebnisse von sechs Bürgerkonferenzen (mit jeweils 100 Teilnehmern) und eines Onlinedialogs waren Arbeitsgrundlage für den Bürgergipfel zu Hightech-Medizin. Diese Veranstaltung im Paul-Löbe-Haus in Berlin bildete den Höhepunkt des Prozesses: Ein Wochenende lang diskutierten 104 Bürgerinnen und Bürger über Fragen, Aspekte und Probleme der Hightech-Medizin. Unterstützt wurden sie dabei durch Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik, die fachliche Fragen beantworteten und technische Details klärten. Ihre Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen hielten die Bürger in einer Abschlussdokumentation – dem Bürgerreport – fest. Dieser wurde am Ende des zweiten Gipfel-Tags von den Bürgern an Bundesministerin Annette Schavan überreicht. Sie zeigte sich begeistert von dem Engagement: „Dass Sie hierfür ein ganzes Wochenende opfern, noch dazu ein Adventswochenende, das ist nicht selbstverständlich.“
Die Bürgerdialoge haben ein innovatives Format zur Beteiligung von Bürgern eingeführt, welches das BMBF noch häufiger für die Vorbereitung von politischen Entscheidungsprozessen nutzen wird. Bei den Teilnehmenden stieß das Dialogverfahren auf positive Resonanz: Sie äußerten sich lobend zu dem Prozess. Hoch konzentriert, diszipliniert und mit viel Eifer und Engagement diskutierten die Bürger bei der Arbeit am Abschlussdokument. „Der Wunsch, Politik mitzugestalten, war spürbar“, beschrieb ein Teilnehmer die Atmosphäre des Bürgergipfels und zeigte sich überzeugt von der Veranstaltung: „Hier wird Demokratie gelebt.“
Zahlreiche Hintergrundinformationen über den Prozess des Bürgerdialogs und die Ergebnisse bietet das Internet-Portal www.buergerdialog-bmbf.de.
