Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft: Partnerschaften mit Zukunftspotenzial

Deutschlands Unternehmer arbeiten eng mit Schulen zusammen und wollen ihr Engagement in Bildungsprojekten künftig noch weiter ausdehnen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die IFOK in Zusammenarbeit mit „Handelsblatt macht Schule“ durchgeführt hat. Befragt wurden 1800 deutsche Unternehmen, darunter Kleinbetriebe ebenso wie Global Player.

Ziel des Engagements der Wirtschaft ist es, berufsrelevante Talente bei den Schülern frühzeitig zu fördern und so qualifizierten Nachwuchs zu sichern. Rund 80 Prozent der Unternehmen in Deutschland arbeiten derzeit mit Schulen zusammen. Befragt nach der Zukunft von Schule-Wirtschaft-Kooperationen heißt ihre Devise nicht nur „weiter so“, sondern „noch weiter!“ Über 86 Prozent glauben, dass die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen „immer bedeutsamer“ wird. Fast die Hälfte plant bereits ganz konkret den Ausbau der Kooperation.

 
Investitionen in Bildung zahlen sich aus

Das zentrale Anliegen der Unternehmer lautet „mehr Wirtschaft in der Schule!“. Dafür sind die Manager auch bereit zu investieren: Drei Viertel der Befragten geben bis zu 20 000 Euro jährlich für die Kooperation mit den Lehranstalten aus, Personalkosten nicht eingerechnet. Größere Unternehmen lassen sich die Bildungsprojekte sogar deutlich mehr kosten: 1,5 Prozent der Befragten stellen pro Jahr über eine Million Euro bereit. Diese Kosten empfinden die Unternehmer zwar als hoch, jedoch nicht als zu hoch im Vergleich zum Nutzen. Der liegt laut Umfrage weniger im direkten finanziellen Rückfluss an den Betrieb. Erfolgskriterien sind für die Befragten vielmehr die Steigerung der Motivation und Lernbereitschaft bei den Schülern, die Sicherung von qualifiziertem Nachwuchs sowie die bessere Qualifizierung der Jugendlichen für den Beruf. Mit klarer Mehrheit stimmen die Befragten der Aussage zu, dass „Bildung als gesellschaftliches Thema auch Aufgabe von Unternehmen“ ist – weniger als ein Prozent Widerspruch.

Zukunftsvision: Wirtschaft als Schulfach

In der Mehrheit sind die Betriebe, die bereits mit Schulen kooperieren, mit den Partnerschaften zufrieden – für ausreichend halten sie diese jedoch nicht: Fast 80 Prozent wünschen sich neue Kooperationsformen als Ergänzung der bewährten Modelle. Entscheidend für die Unternehmer ist dabei, dass die Schülerinnen und Schüler über den Unterricht stärker auf eine marktwirtschaftliche Gesellschaft vorbereitet werden. Die Vermittlung unternehmerischen Denkens an den Schulen gilt ihnen als wichtig: „Wirtschaft ist Schulfach“ lautet das Szenario, das die Befragten am meisten begrüßen würden. Diese grundsätzliche Forderung bedeutet jedoch nicht, dass die Manager selbst in die Lehrerrolle schlüpfen wollen. Ihr Wunsch ist vielmehr eine gezielte Qualifizierung von Lehrern: Versierte Pädagogen, die – dank neuer Qualifizierungsangebote – auch wissen, „wie die Wirtschaft tickt“, sollen dieses Wissen in die Klassenzimmer tragen und gleichzeitig als kompetente Ansprechpartner für die Unternehmen zur weiteren Professionalisierung der Kooperationen beitragen.  
Professionelle Allianzen auf regionaler und überregionaler Ebene

Eine weitere Tendenz, die sich abzeichnet, sind regionale und überregionale Allianzen, die zunehmend die bewährten lokalen Kooperations-Modelle mit einer Partnerschule ergänzen und den Schülerinnen und Schülern eine systematische Palette an Angeboten bieten sollen. Dahinter steht ein Trend, der auch auf anderen Gebieten der Corporate Social Resposibility (CSR) deutlich wird: Der Wunsch nach einer Professionalisierung des gesellschaftlichen Engagements und der Zusammenarbeit mit den Partnern. Viele Unternehmen geben jedoch an, selbst nicht genügend Kapazitäten zu besitzen, um die gewünschten neuen Formen der Zusammenarbeit umzusetzen. Ein Zukunftstrend dürften daher auch Partnerschaften mit externen Dienstleistern sein, die die Unternehmen und die Schulen sowohl in der Koordination wie in der Umsetzung ihrer gemeinsamen Projekte unterstützen – eine Kooperationsform, die bisher erst drei Prozent der Befragten nutzen.    

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