Expertendialog: So werden Mobilitäts-Strategien besser

Fahrradrahmen auf dem "Created in Germany" steht
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Strategien der Bundesregierung entstehen nicht zwangsläufig im stillen Kämmerchen eines Ministeriums. Vor allem wenn es um die Gestaltung der Mobilität von morgen geht, ist das auch gar nicht zielführend. Der Expertendialog zum Nationale Radverkehrsplan 3.0 zeigt: Die Einbindung von Expert:innen sowie betroffenen Akteur:innen macht eine Bundesstrategie anwendbar und erhöht die Mitwirkungsbereitschaft an ihrer Umsetzung. So wird aus strategischen Überlegungen praktisches Handeln.

Ein Plädoyer für den Expertendialog

Damit Bundesstrategien auch gelebt werden, ist es zentral diejenigen zu beteiligen, die die Strategien letztendlich umsetzen sollen. Beim Dialogprozess zum Nationalen Radverkehrsplan (NRVP) 3.0 taten wir genau das. Im NRVP-Dialogforum erarbeiteten 23 ständige und rund 40 wechselnde Mitglieder aus Kommunen, Verbänden und der Fahrradindustrie die Inhalte und Leitplanken des nächsten Radverkehrsplans.

Im Dialogforum wurde hitzig diskutiert und konstruktiv Vor- und Nachteile der Inhalte abgewogen. Herausgekommen sind zehn ausgewogene und vielfältige Ergebnispapiere. Diese Papiere dienen als Grundlage für die Erstellung des neuen NRVP. Im nächsten Schritt schleifen wir an den Details. Die Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Danach kann der NRVP in die Umsetzung gehen – durch jene, die bei der Erstellung mitgewirkt haben.

Warum sich die Beteiligung von Expert:innen lohnt:

  • Ausgewogene Lösungsvorschläge: Berücksichtigung der Perspektiven-Vielfalt, indem alle relevanten Akteur:innen „an einem Tisch sitzen“. Hinweis: Voraussetzung hierfür ist eine neutrale Moderation sowie die objektive Darstellung der Ausgangslage.
  • Realitätsnahe Strategien entwickeln: Die Lösungsvorschläge werden schon während der Erstellung „geprobt,“ indem diejenigen Akteur:innen mitwirken, die die Strategie am Ende auch umsetzen.
  • Motivation fördern: Wer an einem Prozess mitgewirkt hat, ist im Nachgang umso motivierter die Ergebnisse umzusetzen.
  • Zusammenarbeit für die Zukunft festigen: Ein Dialogprozess kann als Startschuss für eine langfristige Vernetzung und Zusammenarbeit genutzt werden.

Wie Expertendialoge gestalten?

Oft sind die Themen von Bundesstrategien komplex und kontrovers. Zu Beginn des Dialogprozess zum neuen Verkehrssicherheitsprogramms des Bundes (VSP) stand die fundamentale Frage: Wie schaffen wir es, die Zahl von Verkehrsverletzten und -toten zu reduzieren? Schnell wurde deutlich: Nur gemeinsam! Der strategische Rahmen für solch eine gesamtgesellschaftliche Aktion wird im VSP-Dialogprozess mit rund 120 Akteur:innen der Verkehrssicherheitsarbeit entwickelt.

Bei so vielen Experti:nnen brauchte es einen methodisch klug strukturierten Austausch. Dabei gilt: form follows function. Das heißt: Ein nachhaltiger Expertendialog orientierte sich daran, was erreicht werden soll und ist in seiner Methoden- und Formatauswahl angepasst an die Bedürfnisse der Beteiligten. Für den VSP-Dialogprozess befragten wir daher vor der konkreten Ausgestaltung der Dialogformate rund 40 Expert:innen hinsichtlich ihrer Motivationen, Einstelllungen und Anforderungen an einen Dialogprozess. Ihrer Antworten nutzen wir dazu, den weiteren Beteiligungsprozess passgenau und zielgruppengerecht zu gestalten.

Was für einen Expertendialog wichtig ist:

  • Einstellungen kennen und Vertrauen aufbauen: Vor der Ausgestaltung der Dialogformate Motivationen und Anforderungen an den Dialogprozess abfragen. So wird von Beginn an Vertrauen für den Prozess und die Verantwortung seiner Ergebnisse geschaffen.
  • Durch zielgerichtete Mitwirkung echte Mehrwerte schaffen: Unsere kompetente Moderation führt Gruppen- und Plenumsdiskussionen problemorientiert und hält Ergebnisse strukturiert und visuell ansprechend fest.
  • Ergebnisse in konkrete Produkte und Praxis überführen: Für alle Beteiligten muss von Anfang an feststehen, was mit den Ergebnissen des Austausches passiert. Eine Veröffentlichung der gemeinsamen Früchte trägt zur Wertschätzung der Arbeit der Mitwirkenden bei.

Fazit: Expertendialoge auf Bundesebene lohnen sich

Unsere Erfahrung zeigt: Durch die Einbeziehung von Expert:innen werden Bundesstrategien anwendbarer. Auch Sie wollen solch einen Expertendialog umsetzen? Dann sprechen Sie uns an!

Geschrieben von: Lea Dabbert & Carolin Müller

Ihr Ansprechpartner

Portrait Christian Klasen

Christian Klasen

Geschäftsfeldleiter | Verkehr und Mobilität

Telefon+49 30 536077-70
E-Mailchristian.klasen@ifok.de

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