II. Global Chemicals Outlook

IFOK und adelphi haben die Entwicklung des II. Global Chemicals Outlook (GCO-II) im Rahmen eines Projektes für das International Sustainable Chemistry Collaborative Centre, kurz ISC3, begleitet und unterstützt. Nun wurde der GCO-II von der agierenden Direktorin des UN-Umweltprogramms Joyce Msua veröffentlicht.

Nachhaltigkeit im Chemikaliensektor
Der im März 2019 veröffentlichte II. Global Chemicals Outlook (GCO-II) stellt in umfassender Weise die weltweite Situation der Chemikalienherstellung und -verwendung dar. Er beleuchtet dabei auch die negativen Folgen für Umwelt und menschliche Gesundheit, und er stellt Optionen für einen nachhaltigeren Chemikaliensektor dar. Bislang ist vom GCO-II eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger und eine erweiterte Zusammenfassung erschienen, der Synthesis Report. Der endgültige Bericht soll im Mai 2019 veröffentlicht werden.

IFOK und adelphi haben die Entwicklung des GCO-II im Rahmen eines Projektes für das International Sustainable Chemistry Collaborative Centre, kurz ISC3, mit einer Studie zu Megatrends und weltweiten Workshops begleitet und unterstützt.

Megatrends
Bedeutende Megatrends mit zu erwartendem Einfluss auf die Produktion und Verwendung von Chemikalien sind unter anderem anhaltende weltwirtschaftliche Entwicklungen, insbesondere das weitere starke Wachstum in Schwellenländern, die fortschreitende technologische Entwicklung, Ressourcenverwendung und -knappheit, der demographische Wandel, Urbanisierung sowie der Klimawandel und dessen Folgen.
In dem Hintergrundbericht werden auch sektorale Trends in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Bauen, Energie, Verkehr und Mobilität, Elektronik, Textilien und Pharmazie beleuchtet. Megatrends und sektorale Entwicklungen sind an vielen Stellen miteinander verknüpft. So werden im Zuge der Urbanisierung bis 2050 weltweit jede Woche eine Million Menschen zusätzlich in die Städte ziehen, was erhebliche Anstrengungen beim Bau der dafür nötigen Infrastruktur nach sich zieht. Dies wiederum bedeutet einen massiv zunehmenden Einsatz von Bauchemikalien. Die insgesamt ansteigende Weltbevölkerung wird zudem zu einem steigenden Einsatz von Agrarchemikalien führen.

Weltweite Workshops zu regionalen Entwicklungsperspektiven
Um regionale Entwicklungsperspektiven abzubilden und Zusammenhänge mit den globalen Entwicklungen aufzuzeigen organisierten und moderierten IFOK und adelphi in der ersten Jahreshälfte von 2018 für ISC3 und in Zusammenarbeit mit UNEP vier regionale Workshops in Nairobi, Frankfurt, Panama und Bangkok, in denen Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen und Behörden, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Universitäten und aus der Wirtschaft teilnahmen.

Weltgemeinschaft zu mehr Nachhaltigkeit aufgefordert
Der GCO-II stellt in unmissverständlichen Worten klar, dass die Weltgemeinschaft sehr viel mehr Anstrengungen unternehmen muss, um den Chemikalienbereich nachhaltig zu gestalten. So bilanziert der Bericht deutlich, dass das 2002 beschlossene Ziel der Vereinten Nationen nicht mehr erreichbar ist, bis 2020 keine signifikanten Schäden durch die unsachgemäße Verwendung von Chemikalien mehr zuzulassen. In Anbetracht der Entwicklung des Chemiesektors, dessen Umsatz sich von 2017 bis 2030 verdoppeln solle, seien erhebliche zusätzliche Bemühungen notwendig, um die massiven Schäden durch Chemikalienverschmutzung einzudämmen und zu verhindern.

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