Wie Beteiligung die Energiewende voranbringt

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Die Energiewende erfährt durch die aktuellen politischen Entwicklungen eine Beschleunigung. Der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien dient dem Drang nach Importunabhängigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Dieser Ausbau findet jedoch dezentral statt – verbunden mit tiefgreifenden Veränderungen vor Ort. Gerade aufgrund dieser Dynamik ist es wichtig, Kommunen strategisch zu unterstützen und die Menschen vor Ort nicht mit den nachhaltigen Entscheidungen alleine zu lassen.

Gerade bei komplexen Themen wie der Energiewende ist es nicht verwunderlich, dass oft scheinbar unvereinbare Meinungen, Wünsche und Vorstellungen unter einen Hut gebracht werden müssen. Denn schon lange ist klar: Entscheidungen einfach von oben herab durchzusetzen, sorgt im Zweifelsfall für Unmut und Widerstände in der Bevölkerung. Deshalb setzen wir bei ifok auf wohlüberlegte Botschaften, Dialog und Bürgerbeteiligung. Die Vorteile:

  • Wird die Bevölkerung möglichst früh in den Prozess eingebunden, steigt die Akzeptanz.
  • Transparente Kommunikation hilft, Sorgen abzubauen.
  • Im offenen Austausch entstehen oft neue Ideen und Lösungen.

Ein Beispiel dafür, wie wir mit passgenauer Bürgerbeteiligung Erfolgsgeschichten schreiben, ist unsere Arbeit im Bürgerforum Energiewende Hessen.

Praxisbeispiel: Energiewende

Das Land Hessen möchte bis 2040 Strom und Wärme vollständig aus Erneuerbaren Energiequellen gewinnen. Dabei spielen Windenergieanlagen eine zentrale Rolle. Im Rahmen des Regionalplanungsprozesses werden Vorranggebiete ermittelt, in denen Windräder grundsätzlich gebaut werden dürfen.  

Von der ersten Planung bis zum Betrieb der Windenergieanlage ist es ein langer Prozess. In einem umfassenden Genehmigungsverfahren werden verschiedene Aspekte geprüft: insbesondere die Vorschriften des Natur- und Artenschutzes sowie des Immissionsschutzes spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Dieses Erklärvideo liefert einen Überblick über das Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen in Hessen.

Die Herausforderung: Immer wieder neue Sorgen

Bei den Menschen vor Ort trifft dieser Planungsprozess immer wieder auf Widerstände. Wenn in nächster Umgebung neue Windräder gebaut werden sollen, prallen schnell unterschiedliche Auffassungen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufeinander – auch wenn sich eigentlich alle einig sind, dass der Ausbau der Windenergie ein wichtiger Schritt ist. Nur eben nicht vor der eigenen Haustüre, auch darin sind sich oft viele einig. 

Unsere Aufgabe in diesem Prozess: Die Kommune strategisch beraten, Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen und transparente Dialogformate gestalten, in die wir möglichst viele Bürger:innen einbinden. Wir wollen informieren und dabei möglichst viele Bürger:innen erreichen. Wir wollen die Energiewende in Hessen gemeinsam gestalten. Dabei bietet jede Kommune andere Herausforderungen. Denn die lokalen Gegebenheiten, die Akteure und die Sorgen der Menschen vor Ort sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Unsere Lösung: Dialog im Bürgerforum Energiewende Hessen

Das Ziel des Bürgerforums Energiewende Hessen der LandesEnergieAgentur Hessen (LEA) ist es, in einen frühzeitigen Dialog mit allen Beteiligten und den Menschen vor Ort zu gehen. ifok unterstützt dabei im Rahmen des Bürgerforums konkret Kommunen in Mittelhessen.

Wie der Bürgerdialog konkret vor Ort aussieht, wird von uns individuell und passgenau auf die jeweilige Kommune zugeschnitten. Folgende Formate haben sich in Vergangenheit bewährt:

  • Infomarkt: An Themeninseln können sich die Bürger:innen bei beteiligten Akteur:innen – zum Beispiel Projektentwickler:innen, Gutachterbüros und der LEA – umfassend über das Projekt informieren und sich eine eigene Meinung bilden.
  • Infoveranstaltungen: Die Bürger:innen erfahren in einer strukturierten Information und Diskussion den aktuellen Projektstand. Die moderierte Veranstaltung enthält fundierte Informationen zum Projekt und zur Energiewende allgemein.
  • Bürgersprechstunde: Im Gespräch mit Expert:innen können sich Bürger:innen über die Argumente der Befürworter:innen und Gegner:innen der Windenergie informieren. In so einem geschützten Raum sinkt häufig die Hemmschwelle, offen Fragen zu stellen und Informationen einzuholen.
  • Strategische Beratung: Bürgermeister:innen und Verwaltungsangestellte erfahren, wann und wie sie in den Dialog gehen sollen. Und wie sie sich auf die Situation vorbereiten können – je nach Thema und Konfliktsituation vor Ort.
Bei Infomärkten wie hier im hessischen Dauphetal können sich die Bürger:innen einen Überblick über den aktuellen Planungsstand verschaffen.

Ob vor Ort oder online, ob drinnen oder draußen, ob fachspezifisch oder öffentlichkeitswirksam. Das Bürgerforum bietet den Kommunen viele interaktive und multimediale Formate an. Gemeinsam wird das Format zielgruppenspezifisch ausgewählt. Und nach jedem Projekt prüfen wir die Wirkung und Ergebnisse. 

Um auf der Höhe der Zeit zu sein, erstellen wir zusätzlich Faktenchecks, Erklärvideos und Fragesammlungen zu aktuellen Sachthemen. So finden Bürger:innen einen leichten Zugang zu Themen wie Infraschall, Schattenwurf und Genehmigungsverfahren.

Faktoren für eine erfolgreiche Beteiligung

Egal, welches Format – wir unterstützen Kommunen bei der gesamten Vorbereitung und bei der Durchführung. Dabei verlassen wir uns nicht auf 08/15-Lösungen. Stattdessen setzen wir bei unserer Arbeit auf folgende Erfolgsfaktoren für einen erfolgreichen Dialog:

  • Wir beraten die Kommunen ganzheitlich – sachlich wie kommunikativ. 
  • Wir binden alle Interessierten frühzeitig in das Planungsvorhaben ein. 
  • Wir schöpfen die Gestaltungsspielräume der Planung voll aus und berücksichtigen die Interessen vor Ort. 
  • Wir unterstützen dabei, transparent zu kommunizieren und die Öffentlichkeit zu informieren.
  • Wir steuern neutrale Moderation und Mediation für einen sachlichen und konstruktiven Austausch bei.
  • Wir dokumentieren Erfolge und justieren die strategische Ausrichtung bei Bedarf nach.

Entlang dieser Leitlinien gelingt es uns, immer wieder aufs neue die Bevölkerung vor Ort abzuholen und in den notwendigen Prozess der Energiewende einzubinden. Ein Paradebeispiel für einen gelungen Dialogprozess ist die Gemeinde Hünfelden im Landkreis Limburg-Weilburg. Nach einer Informationsveranstaltung, einem Infomarkt sowie intensiver strategischer Beratung wurde hier 2021 der Bürgerwindpark eingeweiht. Die Besonderheit: Über Kommanditanteile sind die Bürger:innen in Hünfelden an ihrem Windpark beteiligt. Auch dies ist ein Ergebnis guter Beteiligung.

Ihre Ansprechpersonen

Portrait Simon Carmagnole

Simon Carmagnole

Senior Consultant | Energie, Klima, Infrastruktur

Telefon+49 211 38547-540
E-Mailsimon.carmagnole@ifok.de

Dr. Dirk Vetter

Consultant | Energie, Infrastruktur und Klimaschutz

Telefon+49 6251 8263-155
E-Maildirk.vetter@ifok.de
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