Testen ist das neue Vermuten – mit Nutzertests Ihr Produkt verbessern

Zwei Menschen haben ein amüsantes Gespräch während eines Nutzertests eines digitalen Produkts.
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Ob Website, Fahrradverleih-Station oder Gartengerät: Überall, wo Menschen mit Ihren Services oder Produkten interagieren, bietet sich Potenzial für Freude oder Frustration. Erfahrungen von User-Experience-Forscher:innen weltweit zeigen: Produkte gewinnen an Nutzerfreundlichkeit und Attraktivität, wenn sie zuvor durch potenzielle Nutzer:innen getestet wurden. Wie Sie einfach, unaufwändig und mit nur fünf Proband:innen wirksame Nutzerforschung betreiben? Mit Usability-Tests!

Was ist ein Usability-Test?

Usability ist das englische Wort für Nutzerfreundlichkeit. Mit der Technik des Usability-Tests können Sie herausfinden, wie gut Ihr Produkt für potenzielle Nutzer:innen funktioniert. Die großen Fragen hinter einem Usability-Test: Funktioniert mein Produkt, wie es soll? Und erreichen meine Nutzer:innen ihr Ziel?

Was Sie testen können? Im Prinzip alles, womit Ihre Zielgruppe interagieren kann. Häufig werden Nutzertests in der Entwicklung von digitalen Produkten, wie Websites, Apps oder Games verwendet. Doch auch analoge Produkte, wie zum Beispiel eine neuartige Abstellanlage für Fahrräder, werden durch Testen nur besser.

Warum Nutzertests durchführen?

Produkte, auch wenn sie lange entwickelt wurden, haben meist Fehler. Das können kleinere Fehler sein, die kaum auffallen. Aber auch größere Fehler, die die Nutzung stark beeinträchtigen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass es den Nutzer:innen nicht möglich ist, zu ihrem Ziel zu gelangen. Frustration und das Abwandern der Nutzer:innen ist vorprogrammiert. An der Stelle haben Sie ein riesiges Problem: Denn Sie wissen gar nicht, dass Ihr Produkt nicht funktioniert und für einen Großteil der Nutzer:innen nutzlos ist.

Testen Sie hingegen Ihre Produkte und Services vorher, vermeiden Sie die Frustration der Nutzenden und schaffen eine wertvolle User Experience.

Wie aufwändig sind Usability-Tests?

Der zeitliche Aufwand von Nutzertest wird bei weitem vom Nutzen übertroffen. Denn für einen aussagekräftigen Test benötigen Sie nur fünf bis sechs Proband:innen. In einer Untersuchung fanden Usability-Guru Jakob Nielsen und sein Team heraus, dass fünf Tester:innen circa 85 Prozent der Usability-Probleme finden.

Während des Tests nutzen echte Menschen Ihr Produkt unter möglichst realen Umständen. Nutzer:innen erhalten konkrete Aufgaben und testen, ob sie zum Ziel kommen.

Unser Tipp: Die Kombination aus der Szenariotechnik und der Methode „lautes Denken“ hat sich für erfolgreiche Tests bewährt.

Szenariotechnik: Dabei sollen sich Tester:innen in ein bestimmtes Nutzungsszenario hineinversetzen. Für ein sinnvolles Szenario überlegen Sie sich im Vorfeld, wofür Ihr Produkt oder Service verwendet werden soll.

Beispiel: „Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrer Familie auf einer Fahrradtour. Als Sie Pause machen, um ein Eis zu essen, wollen Sie Ihr Fahrrad an dieser neuartigen Abstellanlage befestigen. Wie gehen Sie vor?“

Lautes Denken: Ermuntern Sie Ihre Testenden während des Tests jeden ihrer Gedanken laut zu artikulieren und vor jeder Aktion ihre Erwartungen zu beschreiben.

Beispiel: Testerin sagt: „Ich würde mein Fahrrad in die Lücke zwischen den zwei Pfosten schieben und erwarten, dass es mit einem Klicken einrastet.“

Wenn Sie mit wenig Organisationsaufwand Ihr Produkt testen wollen, schauen Sie doch, ob es ein Usability-Testessen in Ihrer Umgebung gibt. Bei dem kostenlosen Format testen bis zu sechs zufällige Menschen Ihr Produkt in Speed-Dating Manier – Pizza und Kaltgetränk gibt es sowohl für Entwickler:innen als auch für die Tester:innen kostenlos dazu.

Die drei Phasen des Nutzertests – daran müssen Sie denken

Wie oben schon erwähnt, ist ein Usability-Test, der „lautes Denken“ nutzt, ein sehr unaufwändiges Format. Wenn Sie einen Nutzertest planen, helfen Ihnen die folgenden Hinweise, nichts zu vergessen:

Vorbereitung

  • 5-6 Tester:innen rekrutieren
  • 2-3 gängige Szenarien vorbereiten
  • 1 Moderator:in
  • 1-2 Protokollant:innen
  • 1 Testsetting (Analog/ digital? Drinnen/ draußen?)

Durchführung

  • Einsatzfähiges Produkt/ Prototyp
  • Auf Zeitrahmen achten (z.B. 15 Minuten pro Tester:in)
  • Tester:in briefen (lautes Denken)
  • Demografische Daten via Fragebogen abfragen
  • Ggf. Test aufnehmen

Nachbereitung

  • Kurze Nachbesprechung im Team
  • Ergebnisse einordnen
  • Testbericht erstellen
  • PRODUKT VERBESSERN

Testen macht Produkte und Services besser

Testen ist das neue Vermuten: Denn mit Usability-Tests haben Sie das Werkzeug zur Hand, um wirklich herauszufinden, wie Ihre Zielgruppe mit Produkten und Services interagiert. Sie können sehen, wo Menschen an ihre Grenzen kommen und viele Impulse und Ideen sammeln. Unsere Erfahrungen zeigen: Auch für die Entwicklung von Produkten und Services heißt das Zauberwort Beteiligung – nämlich in Form von Nutzertests. Probieren Sie es einfach aus!

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Portrait Sonja Petrullat

Sonja Sauer

Consultant | Kommunikation

Telefon+49 6251 8263-131
E-Mailsonja.sauer@ifok.de
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